WGT 2023 TAIWAN

WGT 2023 TAIWAN

Historischer Pfad A-Lang-Yi @Haw-Jan Chen
Taipei City
Haori Heiße Quellen @Chang-Yu Wang
Taiwan Barbet @Haw-Jan Chen
Straßenszene @Li-Chuan Kao
Indigene Kinder @Chi-Yu Chen
Präsident*innensitz @Office of the President, ROC (Taiwan)
Tempel @Li-Chuan Kao
Katholische Kirche @Maylynchen
Puppentheater @Li-Chua Kao
Teezeremonie @Maylynchen
Austern am Markt @Yu-Fen Chen
WGT-Komitee Taiwan @Iting Chen

 

Die Liturgie für den Weltgebetstag 2023 haben Frauen aus Taiwan vorbereitet, einem Inselstaat in Ostasien ca. 180 km vor der Südküste Chinas gelegen mit etwa 23,5 Mio. Einwohner*innen.
Fast alle haben ihren Namen schon einmal gehört. Aber kaum jemand weiß, was es mit der Insel auf sich hat, und warum sie von China bedroht wird.

Jahrtausende lang war die Insel, mit ihrem undurchdringlichen Dschungel, subtropischen Klima und 4000 Meter hohen Gebirge von außen nahezu unbehelligt. Chinesischen Kaiser*innen sahen es als Fleck im Ozean, besiedelt von „Barbar*innen“, die der chinesischen Sprache und Kultur nicht mächtig waren. Die indigenen Stämme, die auf der Insel lebten, stammten von pazifischen Seefahrer*innen ab und sind u.a. verwandt mit den Maori in Neuseeland. Heute machen die ursprünglichen „Taiwaner*innen“ noch rund 2,4 Prozent der Bevölkerung aus.

Mit dem Kolonialismus gewannen im 16. Jahrhundert auch pazifische Handelsrouten an Bedeutung. Das Interesse an der günstig gelegenen Insel, die die Portugis*innen „Ilha Formosa“ – die schöne Insel – tauften, begann zu wachsen. 1624 landeten holländische Besatzer*innen in Südtaiwan, 1626 spanische im Norden. Sie warben Siedler*innen aus China an, die das Land urbar machen sollten. In den nächsten Jahrhunderten folgten Migrationswellen aus China.

Die ersten christlichen Missionar*innen erreichten Taiwan schon 1624, wurden aber von chinesischen Eroberer*innen 1661 wieder vertrieben. Heute machen Christ*innen vier Prozent der Bevölkerung aus.

1895 fiel Taiwan an Japan. Die Insel wurde zu Japans moderner Musterkolonie, bis sie nach dem Zweiten Weltkrieg an die Republik China ging.

Ein Bürgerkrieg von 1945 bis 1949 zwang die chinesische Regierung zur Flucht nach Taiwan, während Maos Kommunisten auf dem Festland die Volksrepublik China ausriefen. In Taiwan trafen zwei Millionen chinesische Soldat*innen, Eliten, und Flüchtlinge auf rund acht Millionen japanisch erzogene Einheimische. Aus der Hoffnung auf eine gerechte Herrschaft der alten „Landesleute“ wurde schnell der Schrecken einer chinesischen Kriegsrechtsdiktatur.

Reformen in den 90er Jahren ebneten schließlich den Weg zur Demokratie. Heute ist Taiwan die liberalste Demokratie Asiens, mit freien Wahlen, einer unabhängigen Justiz und einer pluralen, engagierten Zivilgesellschaft.

Der Krieg, mit dem Peking seit jeher droht, ist bisher nie eingetreten. Er hätte katastrophale Folgen für jeden Bereich der globalen Wirtschaft. Denn Taiwan ist der führende Produzent von Halbleitern, also den Computerchips, die heute in allem verbaut werden, von Kühlschränken über Autos bis zu unseren Smartphones.

Zwei Nationalkomitees in Taiwan – eines orientiert nach Chinas Politik, das andere einer demokratischen Staatsform zugeneigt – haben sich erstmalig für diese Ordnung zusammengeschlossen und gemeinsam die Texte erarbeitet. Im Zentrum des Gottesdienstes stehen Verse aus dem Brief an die Gemeinde in Ephesus (Eph 1,15-19). Glaube, friedliches Zusammenleben und Dankbarkeit spielen darin eine wichtige Rolle. Durch die Liturgie möchten die Frauen aus Taiwan ihre Erfahrungen im Glauben mit uns teilen und Gottes wunderbare Taten durch ihre Geschichten bezeugen.

Das Titelbild 2023

WGT-Titelbild 2023
WGT-Titelbild 2023

Im von der Künstlerin Hui-Wen Hsiao gestalteten Titelbild sehen wir Motive, die Taiwans bekannteste Merkmale hervorheben. Die beiden betenden Frauen im Hintergrund sind im Verhältnis zum übrigen Bildinhalt relativ klein dargestellt. Die Verlängerung der ausgestreckten Arme einer dieser Frauen bildet der in Taiwan als Nationalvogel geltende Mikadofasan. Auch der zweite im Bild dargestellte Vogel hat für Taiwan eine besondere Bedeutung. Der Schwarzgesichtlöffler legt jedes Jahr tausende Kilometer zurück, um den Winter in Taiwan zu verbringen. Beide Vögel verkörpern eine besondere Eigenschaft des taiwanesischen Volkes, nämlich Zuversicht und Durchhaltevermögen in schwierigen Zeiten.
Der ganze Stolz Taiwans zeigt sich aber in den überdimensional dargestellten Schmetterlingsorchideen, die dem Land den Namen „Königreich der Orchideen“ verleihen.
Das Bild symbolisiert die Eigenschaften der Bewohner Taiwans: Stärke, Selbstbewusstsein und Gottvertrauen.

Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder – sie alle sind herzlich dazu eingeladen in weltweiter Verbundenheit am Freitag, den 3. März 2023 gemeinsam den Weltgebetstags-Gottesdienst zu feiern.

Mehr Informationen zum Inselstaat Taiwan finden Sie auf unserer Seite Länderinformationen. Material zum kostenlosen Download stellen wir Ihnen im Bereich “Service” zur Verfügung. Dort können Sie auch über unser Bestellformular das WGT-Material für Ihren WGT-GD 2023 bestellen.