Gedanken zum 1. Advent

Gedanken zum 1. Advent

Gestern haben wir den 1. Adventsonntag gefeiert. Jetzt dauert es nicht mehr lange und Weihnachten steht vor der Tür.
In der kommenden Adventzeit werden wir pro Woche einen Text zum Thema Hoffnung teilen, passend zum Motto des Weltgebetstag aus England, Wales und Nordirland 2022 „Zukunftsplan: Hoffnung“.

 

Der wandelbare Pfad

Zwischen spitzen scharfen Felszacken,
mitten im Sand und losem Schotter.
Gesäumt von knorrigen Kletterpflanzen,
liegt, in schlechter Sicht versteckt im Nebel,
ein gewundender Weg.

Schmal, kaum so breit wie ein Fuß,
steigt er an.
Steigst auch du hinauf,
mechanisch deine Schritte setzend.
Hinauf, hinaus aus dem giftigen Nebel,
aus Jähzorn und Streitsucht.

Deine Kehle langsam dörr und trocken,
deine Füße ruiniert dieser Weg.
Nicht, dass du wanderst,
du schleppst deinen geschundenen Körper bergauf.
Kein Laut,
nur schneidende Stille durchdringt dein Sein.

Dein Messer schneidet nicht so scharf,
wie diese Stille.
Doch plötzlich, du merkst es kaum als Veränderung,
beginnt der Gipfelwind zu wehen.
Das Wasser scheidet sich und wird genießbar,
der zähe Nebel der Ungnade und Ungerechtigkeit weicht und du siehst,
dass du nicht alleine diesen schweren Weg,
gegangen bist.
Nicht alleine gehen musst.

Katharina Schaupp (Altkatholikin aus Wien)

Kommentare sind geschlossen.