Weltgebetstag der Frauen in Österreich
Die Produktion von Bilums liegt der Tradition nach in Frauenhand. Aus pflanzlichen Fasern, die zu Fäden gesponnen werden, oder aus gekauften Baumwollfäden werden stabile Taschen und inzwischen auch Kleidungsstücke gewebt. An den zahlreichen Designs und Farben lässt sich die Herkunft der Bilums erkennen. Die Taschen werden von Männern wie Frauen getragen und für den Transport von Nahrung, Einkäufen und Babys verwendet. Obwohl Bilums auf den Märkten weiterhin gute Preise erlangen, verliert ihre Produktion in vielen Familien an Bedeutung, das umfangreiche Wissen wird an die Töchter oft nicht mehr weitergegeben. Mit diesem Projekt sollen in Bulolo in der Nordküstenprovinz Morobe 30 Frauen ohne Beruf und Einkommen, unter ihnen vor allem Mütter und jugendliche Schulabbrecherinnen, ihr Wissen nutzen und erweitern.
Ein neues Spinnrad erleichtert die Produktion, erstes Material wird zur Verfügung gestellt. In Trainings erlernen die Frauen und Mädchen neue Designs und Muster. Die Vermarktung der Bilums wird gemeinsam verbessert, als Gruppe ist den Frauen der Zugang zu den Märkten leichter möglich. Denn für Frauen in abgelegenen Gegenden stellt er sonst oft eine große Hürde dar. Auch der internationale Verkauf wird angedacht, durch den Aufenthalt einer Projektkoordinatorin in Österreich bieten sich neue Möglichkeiten.
Die regelmäßigen Treffen bedeuten auch einen Austausch von Ideen, die Wertschätzung des weiblichen Wissens, eine Vernetzung der Frauen und die Aufrechterhaltung einer wertvollen Tradition.
In der katholischen Mittelschule für die Oberstufe mit 700 SchülerInnen in Malala in der Provinz Madang, die von zwei Schwestern der Steyler Mission geleitet wird, soll der Anteil der Schülerinnen erhöht werden. Insbesondere Mädchen aus entlegenen und benachteiligten Gegenden sollen die Möglichkeit einer höheren Schulbildung erhalten. Da sie selbst das Schul- und Heimgeld nicht aufbringen können, finanziert der Weltgebetstag einen Bildungsfonds, durch den die Ausgaben von rund 15 ausgewählten Schülerinnen anteilig ersetzt werden. Kosten fallen für die Verpflegung und Unterkunft an, aber auch für die Stromversorgung mit Generatoren, da es kein öffentliches Stromnetz gibt.
Eine höhere Schulbildung ist in Madang für Mädchen nicht selbstverständlich. Wenn das Geld der Familien knapp wird, werden die Mädchen zuerst aus der Schule genommen. Oft werden sie jung verheiratet und sind bald für eine große Familie verantwortlich. Durch eine Ausbildung können sie sich und ihre Angehörigen eines Tages besser versorgen, sind als Frauen selbstbewusster und unabhängiger und haben bessere Möglichkeiten, ihr zukünftiges Leben zu gestalten.
Der Weltgebetstag unterstützt auch praktisch orientierte Informatikschulungen. LehrerInnen der Schule haben sich bereit erklärt, ehrenamtlich zu unterrichten, Computer werden angeschafft. Nach Absolvierung der einjährigen Ausbildung von drei bis vier Stunden pro Woche können die 30 Teilnehmerinnen leichter Arbeit in Büros, Geschäften und Banken finden. So soll die Verbesserung ihrer Lebenssituation und der Familien gefördert werden. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Frauen, damit sie ihre Rechte im familiären, öffentlichen und kirchlichen Bereich besser wahrnehmen und durchsetzen können.
50 bis 60 Frauen und Kinder finden jedes Jahr im Frauenhaus und Beratungszentrum Medica Zenica Schutz. Sie sind Opfer von Vergewaltigungen und traumatischen Erlebnissen im und nach dem Krieg, von häuslicher Gewalt, Inzest und Menschenhandel. Auch allein erziehende Mütter, Flüchtlinge und Rückkehrerinnen suchen um Hilfe an. Sie erhalten eine sichere Unterkunft, rechtliche und psychologische Beratung, medizinische Behandlung und Therapie. Auch haben sie die Möglichkeit, berufsbildende Schulungen als Schneiderinnen, Friseurinnen und Dekorateurinnen/ Polsterinnen mit staatlicher Anerkennung zu absolvieren, um später Geld verdienen und sich und ihre Kinder erhalten zu können.
In der Therapie werden verschiedene Methoden angewendet: Beschäftigungstherapie, Einzel-, Gruppen- und Familientherapie. Vor allem bei Problemen in der Familie und in Beziehungen werden auch Männer behandelt, um eine Lösung zu erreichen. Insgesamt nehmen rund 120 bis 150 externe Personen das Therapie- und Beratungsangebot wahr.
Medica Zenica setzt sich auch für die Prävention von Gewalt und die Sensibilisierung öffentlicher Institutionen ein, etwa durch die Schulung derer Angestellten (z.B. Polizei, Justizbeamte, Gesundheits- und SozialarbeiterInnen), durch bewusstseinsschaffende Öffentlichkeitsarbeit und Diskussionsveranstaltungen zum Thema.
Der Weltgebetstag leistet einen Beitrag zur laufenden Arbeit.