Wieder einmal wird uns vor Augen geführt, wie aktuell unser diesjähriges Motto ist.
Zwei Wegbegleiterinnen gedenken in dankbarer Verbundenheit



„Es gibt keine Alternative zu Kooperation und Solidarität!“ – so lautet das Motto des Vereins INTERSOL, WGT-Projektpartner seit 2007.
INTERSOL setzt sich in Zusammenarbeit mit der lokalen Schwesternorganisation MUSOL aktiv für die Opfer und Betroffenen des Minenbergbaus am Silberberg Cerro Rico in Potosí ein. Potosí liegt auf 4.600m und gilt als ärmstes Departamento Boliviens. Haupteinnahmequelle für 12.000-18.000 Bergleute und ihre Familien stellt der Abbau von Blei, Silber, Zink, Zinn und anderen Mineralien in der Mine dar. Die Gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen führen zu hunderten Arbeitsunfällen täglich, Erkrankungen wie Staublungen und zu einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 32-35 Jahre. Es sind gerade die Witwen und Waisen der Minenarbeiter, die in einer psychosozial, physisch und ökonomisch äußerst prekären Situation leben.
2008-2010 konnte im Bereich der Organisationsentwicklung erreicht werden, dass sich die Witwen der Minenarbeiter, die „Minenbewacherinnen“ und die „Steineklopferinnen“ zur Verteidigung ihrer Menschen- und Arbeitsrechte zusammenschlossen.
MUSOL beriet die Frauen arbeitsrechtlich in 80 Fällen. Im gesundheitlichen und psychologischen Bereich wird derzeit versucht, diverse ÄrztInnen für Reihenuntersuchungen zu gewinnen (v.A. GynokologInnen und AugenäzrtInnen). Besonders wichtig wäre die Trauerarbeit mit Kindern und Frauen, die derzeit aus finanziellen Gründen nicht durchführbar ist. Im Bereich der Ausbildung bzw. Alphabetisierung konnten 25 StudentInnen dank der Vorbereitungskurse die Aufnahmeprüfung an der Universität positiv absolvieren. Für die Witwen sind derzeit mehrere Aktivitäten im Laufen, die die persönlichen Interessen der Frauen und die lokale Nachfrage deutlich machen sollen um ihnen zu einem eigenen Einkommen zu verhelfen (Bäckerei/Konditorei, Stick-/Näharbeiten, Wäschereizentrum, Mineralienverkauf). Um aber kontinuierlich gewinnbringend produzieren zu können ist noch erhebliche finanzielle Unterstützung für ein minimal nötiges Arbeitskapital nötig.
Die zwei bestehenden Kinderhorte beherbergen derzeit 50 Kinder, die vor Ort auch verköstigt werden.